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Heute ist es offiziell: ITIL 5 ist da!

  • Autorenbild: Adrian Probst
    Adrian Probst
  • 29. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

In den letzten Monaten häuften sich die Gerüchte darüber, dass eine neue ITIL Version veröffentlicht wird. Wir als akkreditierter Consulting Partner von Peoplecert wurden bereits etwas früher darüber informiert und ich in meiner Rolle als ITIL Ambassador und ITIL Trainer konnte mich bereits in das Buch einlesen und absolvierte sogar schon 2 Tage vor Veröffentlichung die Foundation Prüfung. Im folgenden Blogpost erkläre ich aus meiner Sicht, was Sie über die neuste Version wissen müssen.


Warum der nächste Schritt für viele Organisationen jetzt sinnvoll ist

Als Consulting Partner begleiten wir Organisationen seit Jahren bei der Einführung und Weiterentwicklung von Service Management. Dabei sehen wir immer wieder dasselbe Muster: Prozesse sind definiert, Tools eingeführt – und trotzdem bleibt der spürbare Mehrwert aus. Genau hier setzt ITIL 5 an.

ITIL 5 ist kein reines Framework-Update. Es ist eine Antwort auf die Realität moderner, digitaler Organisationen. In diesem Beitrag zeigen wir dir, warum ITIL 5 eingeführt wurde, was sich gegenüber ITIL 4 konkret verbessert hat und wie du das neue Qualifikationsschema sinnvoll für dich und deine Organisation einordnen kannst.

 

Warum ITIL 5 eingeführt wurde

In den letzten Jahren hat sich die Art, wie Organisationen Wert schaffen, grundlegend verändert. Services sind nicht mehr nur Unterstützungsleistungen der IT. Sie sind Teil digitaler Produkte, Plattformen und Geschäftsmodelle.

In unseren Beratungsprojekten sehen wir heute Organisationen, die:

  • digitale Produkte mit kurzen Innovationszyklen entwickeln

  • Services über Plattformen und Ökosysteme bereitstellen

  • stark automatisierte und datengetriebene Abläufe nutzen

ITIL 4 hat diesen Wandel angestossen, ITIL 5 führt ihn konsequent weiter. Der Fokus verschiebt sich von isolierten IT-Services hin zu integriertem Produkt- und Service-Management, das klar auf Wert, Ergebnisse und Kundennutzen ausgerichtet ist.

Für dich bedeutet das: ITIL 5 unterstützt dich dabei, Service Management direkt mit Strategie, Produktentwicklung und Transformation zu verbinden.

 

Was ist anders – und aus Beratungssicht besser?

Produkt- und Service-Denken statt reines Service-Denken

Ein wesentlicher Unterschied von ITIL 5 ist die klare Trennung und gleichzeitig enge Verbindung zwischen digitalen Produkten und digitalen Services. In der Praxis ist das entscheidend: Produkte liefern Fähigkeiten, Services ermöglichen die Nutzung und damit die Wertrealisierung.

In unseren Beratungsprojekten hilft dieses Modell, Verantwortlichkeiten klarer zu definieren, Schnittstellen zu entschärfen und Diskussionen zwischen Business, IT und Produktteams auf eine gemeinsame Basis zu stellen.

 

Der Product & Service Lifecycle bringt Struktur in komplexe Umgebungen

Der neue Product & Service Lifecycle ersetzt die Service Value Chain aus ITIL 4. Mit den acht Aktivitäten von Discover bis Support bildet ITIL 5 den gesamten Lebenszyklus digitaler Angebote realistisch ab.

Aus unserer Sicht als Consultants ist das ein grosser Vorteil:Der Lifecycle lässt sich direkt mit agilen Vorgehensmodellen, DevOps-Strukturen und bestehenden Organisationsmodellen verknüpfen – ohne ITIL «darüberzustülpen».

 

Value Streams werden vom Modell zur Steuerungslogik

Viele Organisationen hatten Value Streams bereits auf dem Papier. ITIL 5 macht daraus ein zentrales Steuerungsinstrument. Die klare Unterscheidung zwischen Core und Enabling Value Streams schafft Transparenz darüber, wo tatsächlich Wert entsteht – und wo lediglich unterstützt wird.

In der Praxis ist das oft der Schlüssel, um Prioritäten neu zu setzen, Engpässe sichtbar zu machen und Verbesserungen gezielt umzusetzen.

 

Governance wird strategisch greifbar

Ein weiterer grosser Fortschritt ist die stärkere Betonung der Governance of Digital Technology. ITIL 5 definiert klar, was Governance leistet – und was nicht. Die Trennung zwischen Evaluate, Direct und Monitor auf Governance-Ebene und dem operativen Management schafft Klarheit, insbesondere in grösseren Organisationen.

Für Führungskräfte und Entscheidungsträger wird ITIL damit deutlich anschlussfähiger an bestehende Governance- und Managementstrukturen.

 

KI, Automatisierung und Nachhaltigkeit als Teil des Frameworks

ITIL 5 integriert Themen wie Automatisierung, AIOps, KI-Governance und Nachhaltigkeit explizit. Aus Beratungssicht ist das entscheidend, denn diese Themen sind längst Realität – werden aber oft isoliert betrachtet.

ITIL 5 bietet hier einen gemeinsamen Rahmen, um technologische Innovation mit Verantwortung, Steuerung und Wertorientierung zu verbinden.

 

Das Qualifikationsschema aus Beratungssicht

Das ITIL-5-Qualifikationsschema ist bewusst modular aufgebaut. Die ITIL 5 Foundation bildet immer den Einstieg und stellt sicher, dass alle Beteiligten ein gemeinsames Verständnis der zentralen Konzepte haben.

Darauf aufbauend ermöglichen unterschiedliche Tracks eine gezielte Vertiefung – je nachdem, ob du dich stärker auf operative Practices, End-to-End-Verantwortung oder strategische Fragestellungen fokussieren möchtest. Die höchste Stufe, der ITIL® Master (Version 5), bestätigt umfassende Kompetenz über alle Ebenen hinweg.

Aus unserer Sicht ist dieses Modell besonders wertvoll, weil es nicht nur Zertifikate sammelt, sondern eine strukturierte Entwicklung von Kompetenzen unterstützt.

 

Unser Fazit aus der Beratungspraxis

ITIL 5 ist kein theoretisches Framework für den Lehrbuch-Einsatz. Es ist ein praxisnaher Referenzrahmen, der Organisationen hilft, digitale Produkte und Services wirksam zu steuern.

Für dich als Fach- oder Führungskraft bedeutet das:

  • klarere Orientierung in komplexen Umgebungen

  • bessere Verbindung zwischen Strategie, Produkt und Betrieb

  • ein gemeinsames Verständnis über Rollen, Wert und Verantwortung

Wenn ITIL für dich mehr sein soll als Prozessdokumentation, sondern ein Hebel für echte Verbesserung, dann ist ITIL 5 der richtige nächste Schritt.

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